Porree: ein „altes Gemüse“ mit viel Geschmack
Kaiser Nero, der gerne sang und sich den schönen Künsten widmete, wird nachgesagt, dass er sein ganz eigenes Rezept hatte, um seine Stimme zu verschönern: Er griff zu einer Stange Lauch griff. Nero war, als er im Juni 68 bei Rom verstarb, gerade 31 Jahre alt, wobei die verwunderte Frage aufkommt: „Was? Lauchgemüse gab es schon damals?“ Gab es. Beheimatet im westlichen Mittelmeer, kam es vor rund 2000 Jahren in unseren Breitengraden an und ist bis heute ein beliebtes Gemüse der deutschen Küche.
Bis zu 80 Zentimeter hoch
Das „Allium porrum“, auch Porree genannt, ist ein Zwiebelgemüse, das sich schnell bemerkbar macht, wenn es im Kühlschrank aufgehoben wird: Es entwickelt jede Menge zwiebelähnliches Aroma und sollte deshalb in einem gut verschlossenen Behälter aufgehoben werden. Er hält sich im Kühlschrank übrigens bis zu einer Woche. Die Stange kann bis zu 80 Zentimeter hoch werden und ist ergiebig, denn es kann fast alles von ihr gegessen werden: Natürlich schneidet ihr die kleinen Wurzeln am Ende der Stange ab und vertrocknete Blätter mit braunen Stellen sowie am besten die äußere erste Schicht.

Danach sollte dich nichts mehr halten, um die mit der Zwiebel und dem Knoblauch verwandte Pflanze in der Küche zu einem tollen Festmahl zu verarbeiten. Mach dir bloß frühzeitig Gedanken über deinen Speiseplan, denn der Porree ist ein vielseitiges Gemüse, aus dem du viel Leckeres kochen kannst. So wird daraus eine aromatische Zutat, wenn du eine Gemüsesuppe zubereiten möchtest. Gern gesehene Begleiter sind hier auch Möhren, Karotten und krause Petersilie, die du sicher gemeinsam mit dem Lauch als Suppengemüse kennst.
Der Porree allein ist zu Fleisch oder Fisch eine gelungene Beilage, die du sicher noch von den älteren Familienmitgliedern kennst. „Moderner“ verarbeitet wird Porree als Zutat zu einer leckeren Quiche. Muskat zum Abschmecken war schon bei Oma eine gute Idee – und ist es bis heute.
Auf den Punkt garen
Der grüne Teil der Lauchstange ist ein richtiger Gesundbrunnen, denn in ihm verbergen sich Vitamin C und einige Mineralstoffe wie Eisen, Kalium und Magnesium. Dieser Teil ist etwas fester und benötigt eventuell eine etwas längere Garzeit als der hellere Teil der Stange. In ihm befindet sich Inulin, das als verdauungsfördernd gilt. Um alle Streifen deines Porrees auf den Punkt zu garen, solltest du deshalb den grünen Teil in feinere Scheiben schneiden. Vor der Zubereitung ist allerdings ein gründliches Waschen nötig, denn manchmal befinden sich kleine Reste von der Erde auch zwischen den einzelnen Schichten.
Für eine cremige Porree-Suppe als warme Vorspeise im Winter sind gar nicht mal so viele Zutaten nötig. Lass etwas Butter in einem Topf aus und gib rund 600 Gramm fein geschnittene Porree-Scheiben dazu, die du rund 3 Minuten dünsten solltest. Um später eine sämige Suppe zu erhalten, fügst du drei Esslöffel Mehl hinzu, rührst gut um und füllst mit einem Liter heißer Brühe (Gemüse oder Fleisch) auf. Das I-Tüpfelchen besteht aus einem Becher Sahne. Dann den Pürierstab aktivieren, um eine feine cremige Masse zu bekommen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Guten Appetit.